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Endlich! von Ildikó von KürthyGebundene Ausgabe von WunderlichPreis bei Amazon: EUR 17,95, Angebote ab EUR 12,99 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3805208987, Erscheinungsdatum: Sept. 2010 |
4 Kundenrezensionen:Nicht einmal gelacht, nicht einmal müde gelächelt... 1 von 5 PunktenIch kann mich leider nicht der guten Kritik meiner Vorgänger anschliessen. Ich bin zwar genauso freudig erregt mit dem neuen Buch von Ildiko von Kürthy (bin ein großer Fan) aus der Buchhandlung nach Hause gekommen, war aber bereits nach den ersten Seiten enttäuscht. Gut, als Frau um die 40 hat man es (vielleicht) nicht immer leicht, aber ist es wirklich schon mal vorgekommen, daß sich jemand schämt den Satz "Ich habe Größe 38" zu sagen? Oder hat sich jemand nur durch den Besuch eines Salsa-Kurses wirklich jünger und "wilder" gefühlt? Warum muss man immer noch die Frauen in 2 Kategorien einteilen - auf der einen Seite die Mütter, die zu nichts mehr im Stande sind ausser über Windeln und Schokomünder zu sprechen, auf der anderen Seite die "Wilden, Ungezähmten - ich nehme mir jetzt den Klavierlehrer als Lover" Frauen? Was ist mit denen die Kinder haben, sich im Job verwirklichen und vielleicht sogar noch den eigenen Ehemann scharf finden? Wir sollten doch heutzutage schon viel weiter sein mit unseren fraulichen Problemen... Erdal ist wie immer eine lustige Abwechslung in der ganzen Geschichte und hat eigentlich als einziger wirklich das Leben, welches er möchte. Trotz Übergewichts - fast unglaublich! Ich vermisse bei diesem Buch den Tiefgang und den Bezug zu den Hauptpersonen, die mir leider bei dieser Geschichte nicht wirklich ans Herz gewachsen sind. Schade. wieder mal super! 5 von 5 PunktenIch hab sie alle gelesen und bin jedesmal begeistert. Ich mußte so lachen und hin und wieder ganz schön schlucken..... Endlich wieder da! 5 von 5 PunktenWas habe ich gewartet auf den neuen Roman von Ildiko von Kürthy. Und ENDLICH! ist er da. Gleich eines der ersten und letzten Exemplare habe ich am Samstag vom Büchertisch ergattern können und bin wieder restlos überzeugt von der Autorin. Die Geschichte liest sich leicht und flockig, die Sorgen der Protagonistin kennt man nur zu gut. Insbesondere den untreuen Partner, den man gegen jede Vernunft unbedingt zurückhaben will. Wie gut, daß das Leben da seine eigenen Regeln hat und man das bekommt, was wirklich, wirklich zu einem passt und wer zu einem gehört. Die Geschichte will ich nicht verraten, nur so viel: Ildiko-Fans wie ich werden wieder begeistert sein! Für mich - ein Treffer 5 von 5 PunktenNachdem ich mir das Buch gestern gekauft habe, konnte ich kaum erwarten, dass ich endlich ein paar ruhige Minuten hatte, um mit dem Lesen zu beginnnen. Ich muss sagen: ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Hauptfigur Vera Hagedorn stellt die Frau "um die vierzig" sehr gut dar und man kann einige Parallelen zum eigenen Leben entdecken. Ich, auch 40, habe gemerkt, dass auch ich in der ein oder anderen Sache eingefahren bin und dass man/frau jetzt schon noch Zeit hätte, einiges zu ändern; getreu dem Motto "Das Leben ist zu kurz, für schlechten Wein." Ildikó von Kürthy hat es mit dem Buch, wie mit all ihren anderen, geschafft, der Frau von heute, ein paar nette Stunden, die auch nachdenklich machen, zu bereiten, in denen man auch über einige Figuren (Erdal)herzhaft lachen kann. Weiter so! |
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Eat Pray Love: Eine Frau auf der Suche nach allem quer durch Italien, Indien und Indonesien von Elizabeth GilbertBroschiert von Bvt Berliner Taschenbuch VerlagPreis bei Amazon: EUR 11,90, Angebote ab EUR 10,49 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3833304731, Erscheinungsdatum: Juli 2007 |
4 Kundenrezensionen:Mit Leichtigkeit zu lesen 5 von 5 PunktenOb es nun aus dem englischen richtig übersetzt ist oder nicht.....es ist ein Buch dass sich mit Leichtigkeit liest. Vielleicht muss nicht immer alles so tiefgreifend sein wenn es um unsere spirituelle Reise geht, vielleicht braucht man manchmal auch nur eine leichte Lektüre um für sich selber tiefere Wahrheiten zu finden. Natürlich ist es eine Erfahrung die Liss gemacht hat und nicht wir selber, aber ein kleinwenig fand ich mich in gewissen Situationen wieder. Und bestätigt. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und es ist auf meiner Lebensreise ein fröhlicher und farbiger Punkt. :-) einfach ein geniales Buch 5 von 5 PunktenIch bin dieses Buch noch am lesen,aber ich kann nur für mich sprechen,ich finde es einfach genial. Sinnessuche die unter die Haut geht 5 von 5 Punktenich finde es interessant, dass das Buch sehr positve als auch sehr negative Bewertungen erhalten hat. Empfehlen würde ich es jeder Freundin. Doch ich bin mir sicher, dass sich Menschen, die sich ihrer selbst sehr sicher sind und noch nie einen Schicksalschlag zu überwinden hatten, nicht die Botschaft dieses Buches verstehen werden. Die Autorin hat wunderschön formulierte Gedanken, die mir selbst sehr viel gegeben haben. Bla, bla, bla...... 1 von 5 PunktenIch habe mich vom Umschlagtext verleiten lassen, dieses Buch zu kaufen und habe es inzwischen bereut. Liz ist eine junge Frau, die eigentlich alles hat aber nicht wirklich weiß, was sie vom Leben erwartet oder will. Irgendwie kommt sie mir wie eine dumme, verzogene Göre vor, mit einem starken Hang zum Egoismus und zerfließend vor Selbstmitleid. In meinen Augen geht sie immer den Weg des geringsten Widerstandes. Als es in einem Gespräch mit ihrem Ehemann um die endgültige Familienplanung geht (schließlich ist Lizbeth schon 30), fühlt sie sich total überfordert und befürchtet, ihre schriftstellerische Karriere könnte einen Knick erleiden. Nun sind solche Gedanken und Befürchtungen durchaus normal und berechtigt, aber die Art und Weise der Auseinandersetzung damit hat mich befremdet. Jede Nacht setzt sich Liz heulend auf dem Fußboden ihres Badezimmers damit auseinander, während ihr Mann seelenruhig im angrenzenden Schlafzimmer schlummert und von ihrem Martyrium nichts mitbekommt. Letztendlich kommt Elizabeth zu dem einfachen und genialen Schluß, sich mal eben kurzerhand von ihrem Mann scheiden zu lassen. Nach ermüdender Scheidung, einer Hopp On- Hopp Off- Liebesbeziehung, weiteren diversen Heulattacken auf diversen Badezimmerböden und einer Depression beschließt sie, auf einen "Selbstfindungsmeditationstrip" zu gehen. Dazu müssen Italien, Indien und Indonesien herhalten. Während sich die Beschreibung ihres Italienaufenthaltes noch recht kurzweilig liest, kann ich ihrem Indienaufenthalt einfach nichts abgewinnen und quäle mich nun schon geraume Zeit mit dem leserischen Vorwärtskommen. Ich glaube nicht, dass ich das Buch bis zum Ende lesen werde, dafür ist es mir einfach zu langweilig. Liz hat auch nicht wirklich dazugelernt und sich in meinen Augen nicht weiterentwickelt. Als sie in einem indischen Ashram "Richard aus Texas" kennenlernt, nimmt sie es ihm übel, dass er in ihr lesen kann wie in einem offenen Buch und ihr die Meinung sagt. Na gut, vielleicht hat ihr Selbstfindungs- und Meditationsversuch doch zaghafte Früchte getragen, jedenfalls kann sie ihre Wut über den Seelenstriptease zügeln und "Richard aus Texas" bleibt ihr Seelenfreund- nicht ihr Seelenverwandter. Den Unterschied zwischen beiden -Seelenfreundschaft und Seelenverwandtschaft- kann der geneigte Leser im Buch nachlesen. Tja, und da verläßt mich mein Durchhaltevermögen.... Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich versucht habe, die deutschsprachige Ausgabe zu lesen. Ich werde mich jedenfalls leichten Herzens von diesem, nicht bis zum Ende gelesenen Buch trennen und mir mit Sicherheit auch nicht den Film ansehen!!!!! Glücklicherweise sind die Geschmäcker verschieden. . |
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Hummeldumm. Das Roman von Tommy JaudBroschiert von Scherz VerlagPreis bei Amazon: EUR 13,95, Angebote ab EUR 7,99 ![]() 3,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3502110379, Erscheinungsdatum: Februar 2010, Auflage: 1 |
Aus der Amazon.de-RedaktionZwei Wochen Namibia ? das klingt doch eigentlich nach Traumurlaub in wilder Natur, nach Abenteuer und Freiheit. Doch bei Tommy Jaud wird aus dem Traum, wie kann es anders sein, schnell ein Alptraum und für Matze Klein beginnen am Flughafen von Windhoek ?die zwei schlimmsten Wochen meines Lebens.? Matze wird mit Freundin Sina in einem Kleinbus voller Bekloppter durch Namibia gekarrt ? ?neun Idioten in alberner Wanderkleidung? angeführt von ihrem namibischen Tourguide Bahee. Als Matzes Fluchtversuch an der letzten Tankstelle vor der Namibwüste misslingt, ist die Katastrophe vorprogrammiert. Auf seiner Jagd nach Adaptern, Handynetz und Internetzugang taumelt Matze von einer Blamage in die andere und strapaziert seine Beziehung zu Sina bis zum Brechen. Hummeldumm ist nach Vollidiot (2004), Resturlaub (2006) und Millionär (2007) bereits der vierte Roman von Comedy-Star Tommy Jaud, der die Torturen einer Busrundreise durch Namibia am eigenen Leib erlebt hat. Voller Sprachwitz und Situationskomik skizziert Jaud die neun Trottel der Reisegruppe (zwei Österreicher, ein Franke und Ossi dürfen natürlich nicht fehlen) ? allesamt Exemplare der Kategorie ?hummeldumm?. Jaud weiß, wie man Pointen setzt, mit Klischees spielt und den Leser bei Laune hält. Dabei trifft er sicherlich nicht jedermanns Humor. Wer aber über die Vorgänger lachen konnte, der wird auch hier gut bedient. Spaßige Lektüre für den kleinen Hunger zwischendurch, extrem unterhaltsam und schnell konsumierbar. -- Alexandra Plath 4 Kundenrezensionen:Aus dem Leben gegriffen 5 von 5 PunktenIch fand dieses Buch sogar um eine Nuance besser, als den VOLLIDIOTEN. Hier hält der Autor vielen Reisenden den Spiegel in einer ausgesprochen humoristischen Weise vors Gesicht. Einfach aus dem Leben gegriffen auch wenn das einige nicht wahr haben wollen. Die panische Suche nach einem Adapter, Netz oder einem Telefon 4 von 5 PunktenWorum geht es? Matze Klein und seine Freundin Sina, mit der er seit 7 Jahren zusammen ist, fliegen in den Urlaub nach Namibia um dort eine Tour in einer Reisegruppe zu machen. Während er sich um die Reservierung ihrer gemeinsamen Eigentumswohnung gekümmert hat, die sie nach der Reise beziehen wollen, hat sie diese Reise gebucht was er ihr in der Geschichte oft genug vorwirft. Denn nachdem er festgestellt hat, dass seine Reisegruppe aus lauter nervigen Leuten besteht, überlegt er bereits auf der Fahrt vom Flughafen in die Stadt, ob er nicht am gleichen Abend noch zurück fliegen soll. Seiner Freundin zuliebe entscheidet er sich dagegen und als sie die erste Besichtigung starten, bekommt er eine SMS auf sein Handy. Es ist die Immobilienmaklerin, die ihn daran erinnert, dass er vor Antritt der Reise nicht vergessen soll die 5.000 Euro Reservierungsgebühr für die Wohnung zu überweisen. Und gerade als er die Nachricht gelesen hat, versagt der Akku seines Telefons. Zum Glück hat ihm Sina einen Reiseadapter gekauft, damit er das Handy im Hotel laden kann nur dummerweise passt der für über 100 Länder, außer für die Steckdosen in Namibia. Zu Stolz seiner Freundin die Wahrheit zu sagen ist er nun auf der panischen Suche nach einem Adapter und einem Telefon und erfindet er ihr gegenüber immer fadenscheinigere Gründe, dringend telefonieren zu müssen und sie wird im Laufe der Reise immer wütender auf ihn und verbringt immer mehr Zeit mit einem Schönling aus der Reisegruppe. Nun hat Matze nicht nur das Problem der nervigen Reisegefährten und der Suche nach einem Telefon, sondern es wackelt auch noch seine Beziehung Rezeption Das Buch ist in der Ich-Form aus Matzes Sicht geschrieben und somit kann man sich wunderbar in seine Nöte und seine immer größer werdende Verzweiflung hineinfühlen. Man fühlt sich, als wäre man in der chaotischen Reisegruppe dabei. Außerdem ist das Buch in 44 Kapitel unterteilt und man kann es so gut häppchenweise lesen ich finde es ist somit gut für den Urlaub geeignet. Die Personen der Reisegruppe haben jede für sich ihren eigenen Charakter und man entwickelt schon nach kurzer Zeit ein Gefühl dafür, was für welche Person typisch ist. Mit Matze und Sina reisen ein altes Ehepaar aus Wien Pepi und Käthe Gruber, deren Wiener Dialekt im Buch ausgeschrieben wird und zum schreien komisch ist. Pepi, ein ehemaliger Lehrer, dichtet ständig und bringt einen Kalauer nach dem nächsten und seine Frau Käthe ist einfach sehr sauertöpfisch und meckert gerne. Dann ist da noch der Älteste in der Reisegruppe der grummelige, kauzige Karl-Heins Seppelpeter aus Bamberg, der alles mit seiner Kamera festhält und dessen fränkischer Dialekt natürlich auch im Buch ausgeschrieben ist. Er reist alleine, genauso wie Kevin Schnabel, der bemuskelte Schönling und Trixi Sipp, eine blasse, dickere und extrem schusselige Frau, die in Zürich lebt, immer betont, dass sie aus Hannover kommt und sich selbst ausschimpft, wenn sie wieder etwas schusseliges getan hat. Die Gruppe wird vervollständigt durch Max Breitling, einen reichen Schnösel, der irgendwie nur säuft und seine Begleitung/Freundin Brenda Schiller, eine dümmliche Wettermoderatorin. Und dann spielt natürlich Bahee, der Tourguide noch eine ganz bedeutende Rolle. Er beendet jeden Satz mit ne?, hat ganz offensichtlich ein Problem mit der deutschen Grammatik (was sich sehr witzig liest) und behält trotz völligem Chaos immer seine gute Laune. Mich konnte das Buch richtig zum mitfiebern bringen. Am liebsten wäre ich aufgestanden, hätte den richtigen Reiseadapter gekauft und ihn nach Namibia geschickt und auch auflachen musste ich immer wieder, weil ich mir eine nervige Reisegruppe ganz genau so vorstelle, bzw. aus Erzählungen schon ähnliches gehört habe. Fazit: Ob im Bus, Zug, Flugzeug, Urlaub oder einfach in der Freizeit dieses Buch ist gut geeignet um die Zeit mit einer unterhaltsamen, leichten Lektüre zu verbringen : ) Lange nicht mehr so gelacht 5 von 5 PunktenAls erstes muss ich sagen, dass Hummeldumm das erste Buch von Tommy Jaud ist, das ich gelesen habe. Einen Vergleich zu den vorigen Büchern kann ich somit leider nicht ziehen. Hummeldumm aber ist ein Buch, das man nur ungern wieder aus der Hand legt. Die Charaktere sind einfach liebenswert, egal wie nervig oder verschroben sie sind. Ich habe so oft herzhaft losgelacht wie schon lange nicht mehr bei einem Buch. Eine super Urlaubslektüre! Einfach klasse, einmal anfangen und nicht wieder aus der Hand legen 5 von 5 PunktenDiese Buch ist einfach klasse. Zwischen all meinen Thrillern/Krimis brauchte ich mal wieder was Lustiges. Und das war genau das richtige Buch. Die Story ist total unterhaltsam und super geschrieben. Wer ein lustiges und unterhaltsames Buch sucht, einmal anfängt dieses zu lesen, der legt es bestimmt so schnell nicht mehr aus der Hand. Ich war bisher nur einmal wirklich traurig, ein Buch bereits komplett gelesen zu haben (Mieses Karma), dieses ist das zweite Buch. Einfach toll! |
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Schuld: Stories von Ferdinand von SchirachGebundene Ausgabe von PiperPreis bei Amazon: EUR 17,95, Angebote ab EUR 11,30 ![]() 4 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3492054226, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 2 |
Aus der Amazon.de-RedaktionFerdinand von Schirach ist seit 16 Jahren als Anwalt und Strafverteidiger tätig. Laut Klappentext seines Erzählbands Schuld gehören ?Industrielle, Prominente, Angehörige der Unterwelt und ganz normale Menschen? zu seiner Klientel. Solche Sätze sollen den Autor interessanter machen. Ferdinand von Schirach hat das aber gar nicht nötig. Alle Geschichten aus Schuld sind gut bis blendend geschrieben. Und spannend sind sie allesamt sowieso. Das liegt nicht daran, dass Ferdinand von Schirach den Mainstream mit literarischen Kniffen in Büchern bedient, die schon zur Genüge in den Regalen der Buchhandlungen auf Kundschaft warten. Das liegt im Gegenteil vor allem daran, dass es dem Autor gelingt, vor dem Hintergrund seines Wissens über die Niederungen der menschlichen Seele ganz anders zu schreiben als die andern. Ferdinand von Schirach schreibt schnörkellos und unaufgeregt, ganz auf die Wucht des Faktischen vertrauend: über geschundene Frauen, die eher durch Unfall zu Mörderinnen werden (oder es, wie sich erst am Ende der Geschichte herausstellt, gar nicht gewesen sind). Über einsame Menschen, die aus Einsamkeit Verbrecher werden. Oder über die teils kuriosen Wege, die kriminelle Handlungen beizeiten nehmen. Erst spät gibt sich der Autor dabei im Alter Ego des Ich-Erzählers ? eines Anwalts ? zu erkennen. Auch dieser Kunstgriff ist brillant gemacht. Apropos brillant: Eine Geschichte gibt es, die aus der Vielzahl guter Stories noch herausragt: Der Schlüsselüber einen Drogendeal, der einen absurden ? und dabei absolut glaubwürdigen ? Drive bekommt, der an die Filme Quentin Tarantinos erinnert. Überaus lesenswert. -- Thomas Köster 4 Kundenrezensionen:für das Buch Schuld: Stories von Ferdinand von Schirach 5 von 5 PunktenIch bin sehr zufrieden, sehr schneller Versand und alles gut wie beschrieben,vielen Dank. MFG Galina Löffler Fast so mitreißend wie das Erstlingswerk "Verbrechen" 5 von 5 PunktenDer Aufbau und die Schreibweise dieses Buches sind mit der des Vorgängers "Verbrechen" identisch: Verschiedene, stark unterschiedlich lange Kurzgeschichten aus der juristischen Praxis werden erzählt. Trotz der minimalistischen Erzählweise löst der Autor mit ihnen jede Menge Emotionen beim Leser aus. Vieles ist schockierend, manches rührt einen und gelegentlich wird es sogar lustig. Die Geschichte zum Einstieg wurde leider schon vorab im Spiegel gedruckt, sie hatte mich damals sehr bewegt und für alle, die sie noch nicht kennen, sollte dies ein gelungener Auftakt sein. Es folgen zwei, drei mäßigere Fälle, aber es sind die einzigen. Denn spätestens zur Mitte des Buches (die Geschichte des Swinger-Päärchens) packt es einen dann vollkommen und lässt einen nicht mehr los. Ganz stark sind vor allem die Geschichten, in denen einen der Autor zwingt völlig vom Schwarz-Weiß-Denken abzulassen. Bei einigen Fällen hofft man fast, dass sie nicht wahr sind. Nahezu alle Kurzgeschichten sind unglaublich gut geschrieben, in der typischen Art des Autors. Insgesamt kommt dieses Buch vielleicht nicht ganz an den Vorgänger heran, aber es kommt ihm sehr nahe und verdient sich knapp fünf Sterne. hält was es verspricht 3 von 5 Punktenauf jeden fall lesenswert-wobei wir schon eine achterbahnfahrt der gefühle hinter uns haben: sehr spannend über die ersten 4-6 geschichten. eben eine neue art der darstellung und des lebendigmachen von sonst schnödem juristenalltag - in der mitte - wenn man sich gewöhnt hat, hängt es ein wenig. also auf jeden fall ein "gut". aber was gar nicht geht, daher auch die sterne-abzüge: sehr kleines buchformat, mit großen buchstaben, vielen, vielen absätzen, teilweise 1/2 bis 1 1/2 seiten leerfläche zwischen den kapiteln....da wurde ein skript mit gewalt größer gemacht-ein normaler buchsatz wäre mit 3/4 der seiten ausgekommen-dann wäre es aber noch kleiner geworden das buch. der erste Band war anders 3 von 5 PunktenDer erste Band "Verbrechen" ist ein Bestseller. Er ist mit dem Kleist-Preis gewürdigt worden, in viele Sprachen übersetzt worden und seine Filmrechte sind verkauft. Dann ist dieser Band erschienen. Er ist von gleicher Aufmachung was Einbandgestaltung, Format und Umfang angeht. Auch hier handelt es sich um über zehn Geschichten, die eher Berichten gleichen als klassischen Kurzgeschichten und sich ganz rasch lesen lassen. Weil ich glaubte einen zweiten Teil von "Verbrechen" lesen zu können, habe ich mir dieses Buch gekauft. Doch während der erste Band Kriminalfälle aus Schirachs Kanzlei enthält, sind hier auch Berichte und Begegnungen aus seinem Privatleben enthalten. Die Geschichten enden diesmal nicht mit einer kurzen rechtsphilosophischen Stellungnahme zu dem Fall. Sie lassen hingegen den Fallbericht leer im Raum stehen, so dass dem Leser überlassen bleibt, wie er die Geschehnisse einordnet und wertet. Viele Fälle handeln auch gar nicht von Straftaten, sondern von abweichendem Verhalten bei Schizophrenie oder abnormen Persönlichkeitsstörungen. Der großen Überschrift "Schuld" werden die Geschichten nicht gerecht, denn sie nähern sich dem Thema nicht wirklich. Hier gibt es viel bessere Werke, die sich mit Schuld auseinandersetzen. Auch schriftstellerisch finde ich diesen Band schlechter als den ersten, er hat mich ziemlich enttäuscht. Zusammenfassend finde ich es lohnend einen "von Schirach" mal gelesen zu haben. Jedem würde ich aber empfehlen es bei dem ersten Band bewenden zu lassen und stattdessen etwas Besseres zu lesen. |
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Der verborgene Garten: Roman von Kate MortonTaschenbuch von Diana VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 5,81 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3453354761, Erscheinungsdatum: April 2010 |
Aus der Amazon.de-Redaktion"An ihrem 21. Geburtstag ist etwas vorgefallen im Leben ihrer Großmutter Nell. Das erfährt ihre Enkelin, die Australierin Cassandra, als sie auf der Beerdigung mit ihren beiden Tanten Dot und Phyllis spricht. Bei ihrem letzten Besuch im Krankenhaus hatte Nell von einer merkwürdigen Dame gesprochen, der sie versprochen hätte, am Hafen von London auf sie zu warten. Cassandra hatte dies zunächst für die Äußerung eines verwirrten Geistes gehalten. Aber die Tanten öffnen ihr auf ihr beharrliches Nachfragen hin die Augen. Denn Nell ist keineswegs jene Person, die Cassandra bis zu ihrem Tod in ihr gesehen hat. Das Erlebnis mit der Dame hat es tatsächlich gegeben. Nells vermeintlicher Vater fand die verstörte Vierjährige mit nichts als einem kleinen weißen Kinderkoffer am Hafen und nahm sie mit. Groß gezogen als leibliche Lieblingstochter mit zwei Schwestern wuchs Nell wohlbehütet in ihrem Elternhaus auf -- bis ihr Vater ihr die erschütternde Wahrheit offenbarte. Cassandra, die als Kind ein ganz persönliches Verhältnis zu ihrer als verbittert und biestig geltenden Großmutter aufgebaut hatte, erbt deren Cottage in Cornwall. Und sie beginnt, in der Familiengeschichte zu recherchieren, wobei sie der Weg mitten in den dunklen Garten von Blackhurst Manor führt. Dabei ist das, was sie da entdeckt, ist wirklich erschreckend... Die australische Autorin Kate Morton wäre nicht Kate Morton, wenn sie ihre Geschichte des ?verborgenen Gartens? nicht mit einem schrecklichen Geheimnis garnieren würde, das die im Roman beschriebene Familie bis heute prägt. Da mag mancher ob des Plots und seiner Verstrickungen die Nase rümpfen. Unbestreitbar aber ist, dass Morton eines der größten auch hierzulande bekannten Talente ist, die ?Down Under? zu bieten hat. Denn Der verborgene Garten ist beste Unterhaltungsliteratur. Packend und spannend von der ersten bis zur letzten Seite. -- Isa Gerck " 4 Kundenrezensionen:Sehr unterhaltsames Buch 5 von 5 PunktenIch war mehr als zufrieden mit dem Buch. Ich hatte es mir für den Urlaub gekauft und war prompt in 3 Tagen durch :-) Diese Verstrickung von verschiedenen Zeiten, wie Cassandra in ihrer Vergangenheit stöbert und man von Seite zu Seite immer wieder überrascht wird! Von lachen bis letzendlich weinen war bei mir alles dabei... Ich würde das Buch jedem empfehlen, der historische Romane mag! Mir hat das Buch sehr gefallen. 5 von 5 PunktenIch habe einige Rezensionen zu dem Buch gelesen. Was mich betrifft, hat mich das Buch gefesselt, und war doch, bedingt durch die schon beschriebenen Zeitsprünge, immer wieder aus der Hand zu legen, was für mich immer auch wichtig ist, besonders bei einem so dicken Buch, denn wenn ich mich festbeiße, na dann ade alles andere. Mich hat die Freundschaft der beiden Frauen (Rose und Eliza) beeindruckt und auch zu sehen, dass es Dinge gibt, die eine Freundschaft zerbrechen lassen können, dass intrigantes Verhalten anderer durchaus viel durcheinander bringen kann und dass die Vergangenheit nicht nur einfach Vergangenheit ist, sondern auch etwas mit meinem Leben zu tun hat. Das Buch ist kein Reißer, ganz sicher nicht. Es hat eine eigene Spannung,?und ich gehörte nicht zu denen, die das Geschehen von Anfang an durchschauten (zum Glück). So wurde man immer wieder zum Überlegen animiert, kam in kleinen Schritten dem Ziel näher, genau wie die Protagonisten. Viel Spaß beim Lesen. Endlich mal wieder schmökern 4 von 5 PunktenDas ist ein Buch für Schlechtwetter-Sonntage - ein richtig schöner Schmöker. Mehr brauche ich dank meiner Vor-Rezensenten nicht mehr zu schreiben. spannend von Anfang bis Ende 5 von 5 PunktenHabe selten so ein tolles Buch gelesen. Es kommen immer wieder neue Erkenntnisse und Personen dazu. Man muss aber trotzdem nicht ständig zurückblättern, weil alles so detailliert erklärt wird und alles logisch ist. Interessant bis zum Schluss. Habs fast an einem Tag ausgelesen. |
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Die Henkerstochter und der König der Bettler: Historischer Roman von Oliver PötzschBroschiert von Ullstein TbPreis bei Amazon: EUR 9,95, Angebote ab EUR 6,50 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3548281141, Erscheinungsdatum: August 2010 |
4 Kundenrezensionen:Hammer, hammer, hammer.... 5 von 5 PunktenIch liebe dieses Buch!!! Obwohl ich die ersten Bücher (Band 1 und Band 2) schon fast unheimlich gut und authentisch fand, stellt dieses Buch nun den Höhepunkt, oder das sogenannte "I-Tüpfelchen" der drei Bücher dar. Einfach schön... liebevoll beschrieben, detailreich, bisschen düster aber auch teilweise lustig und schrullig... Ich hoffe, diese Geschichten werden nie verfilmt, denn die beschriebene Stimmung(en) kann man gar nicht auf die Leinwand bringen. Kaufen!!! Klasse 5 von 5 PunktenWie auch die beiden Vorgänger - spannend geschrieben. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Nachdem ich Regensburg sehr gut kenne und liebe, ist dies ein weiterer Bonus. Hoffentlich folgen noch mehr Romane über die Familie Kuisl. Endlich!!!!! 5 von 5 PunktenEs wurde aber auch Zeit. Nun kann man endlich den dritten Band der überaus erfolgreichen Henkerstochter- Reihe bekommen. Ich habe schon die ersten beiden Verschlungen und auch das dritte war super. Daher freue ich mich auch schon auf den vierten Band. Prall gefüllter historischer Krimi... 5 von 5 PunktenEndlich ging es weiter mit der charakterstarken Familie Kuisl, dieses Mal mit vertauschten Rollen, denn der Henker Jakob Kuisl gerät in große Schwierigkeiten und muss erleben, was er selbst schon unzähligen Menschen antun musste... Mit dem Prolog wird man gleich ins Geschehen gerissen. Obwohl es über ein Jahr her ist, dass ich Band II gelesen habe, waren mir alle Personen zu Beginn sofort wieder nah. Diese vielschichtigen Charaktere hat man einfach schon tief ins Herz geschlossen, sie sind gute Bekannte, deren Schicksal man gern verfolgt. Jakobs Geschichte entwickelt sich ziemlich rasant. Nach einer gefährlichen Reise nach Regensburg wird er erst eingesperrt, dann muss er den Schock über den Tod seiner Schwester verkraften, um sich kurz darauf abermals im Kerker wiederzufinden. Die Ratsherren sind sich sicher, Jakob ist der Mörder seiner Schwester und ihres Mannes, seine Lage scheint aussichtslos. Nur seine Tochter Magdalena und der Medicus Simon Fronwieser, die ebenfalls nach Regensburg gekommen sind, könnten ihm nun noch helfen, falls sie Beweise für seine Unschuld finden. Der dritte Band der Henkerstochter-Saga hält wirklich eine emotionale Achterbahn für seine Leser bereit. Durchweg spannend wechseln sich aufregende mit lustigen Momenten ab, traurige Passagen münden in interessante historische Begebenheiten und Tatsachen. Langweilig wird es nicht eine Sekunde lang. Manchmal schwankt man zwischen Lachen und Weinen, sei es wegen der Kuislschen Sturheit, den Qualen, die Jakob erleiden muss oder der Fronwieserschen Eifersucht. Doch nicht nur die bekannten Charaktere geben dieser Geschichte ihr Feuer. Nebenfiguren wie der ebenso charmante wie kleine Venezianer Silvio Contarini, der Magdalena Kuisl galant umgarnt, bereichern die Handlung ungemein. Auch ohne Pater Hubertus, den dicken Bierliebhaber und Freund der gepflegten Unterhaltung hätte eine Zutat zu diesem erstklassigen historischen Kriminalroman gefehlt. Den Schauplatz fand ich dieses Mal extrem interessant. Durch die bildhafte Beschreibung des Autors, erwacht das alte Regensburg zum Leben, wirkt sehr vielfältig und "großstädtisch. Der kleine Reiseführer, den man im viel zu schnell erreichten Nachwort findet, macht nicht nur Lust auf einen Besuch in dieser geschichtsträchtigen Stadt, er zeigt auch, wie intensiv und gründlich Oliver Pötzsch für sein Buch recherchiert hat. "Die Henkerstochter und der König der Bettler" ist meinem Gefühl nach der bisher beste Band der Reihe. Ein weitreichender, gut durchdachter Kriminalfall, der mich bei der Auflösung wirklich in Staunen versetzt hat, bekannte und liebgewonnene Personen mit Ecken und Kanten, die ihre Eigenarten und Schwächen auch ausleben dürfen. Neue Freunde, neue Feinde, jeder für sich eine Bereicherung für die Geschichte. Ein mit Geschichte, Wissen und spannender Unterhaltung prall gefüllter historischer Krimi, doch so gut abgestimmt, dass er nicht aus allen Nähten platzt. |
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Herbstmagie: Roman von Nora RobertsTaschenbuch von Heyne VerlagPreis bei Amazon: EUR 9,99 ISBN: 3453407652, Erscheinungsdatum: Sept. 2010 |
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Für jede Lösung ein Problem von Kerstin GierTaschenbuch von Bastei Lübbe GmbH & Co.KG (Bastei Verlag)Preis bei Amazon: EUR 7,99, Angebote ab EUR 2,99 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3404156145, Erscheinungsdatum: August 2010, Auflage: 20 |
4 Kundenrezensionen:Problemlos lesbar 4 von 5 PunktenMit diesem Roman hat Kerstin Gier mindestens ein Problem gelöst, nämlich eine unterhaltsame Lektüre zu schreiben, die man locker und leicht im Urlaub lesen kann. Dabei ist das Thema wirklich ziemlich ungewöhnlich: Eine junge Frau, die nach einer Selbstdiagnose via Internet überzeugt ist, an einer schweren Gemütskrankheit zu leiden, beschließt ihrem Leben ein Ende zu machen, doch dann kommt alles anders. Unserer Heldin Gerri gelingt es trotz expliziter Planung nicht, freiwillig abzutreten. Dafür haben alle Verwandte, Freunde und Bekannte die ziemlich offenen Abschiedsbriefe erhalten mit ziemlich überra-schenden Folgen. Der Roman aus der Ich-Perspektive ist frisch, humorvoll und bissig. Undirgendwie wünscht man sich ein Wiedersehen mit Gerri, auch wenn das Ende dann enttäuschend klischeehaft daher kommt. Gerri sollte eigentlich ein Junge werden. Genau wie ihre Schwestern. Tine ein Martin, Rika ein Erik. Lulu ein Ludwig und Gerri eben ein Gerd. So haben die Eltern eben einfach an jeden Jungennamen ein A hinten angehängt. Gerri ist die Jüngste der Mädchen und die einzige die immer noch Single ist. Auch im Freundeskreis ist sie unter all den glücklichen Pärchen ziemlich allein. Und dann verkündigt die beste Freundin Charly auch noch ihre erste Schwangerschaft. Das sind doch eigentlich genug Gründe, mal vor Verzweiflung den Kopf weinend auf die Tischplatte fallen zu lassen. Gerri jedoch, ganz ein Kind ihrer Zeit, gibt erst einmal ihre Symptome in die Suchmaschine des Internets ein. Die Diagnose ist niederschmetternd. Die Aussichten bei einer neurotischen Depression sind nicht allzu rosig. Zum Glück hat Gerri noch ihren geliebten Job als Groschenromanautorin und Erfinderin der schönsten "Arzt-Herz-Schmerz-Geschichten". Aber auch dieser Rettungsanker scheint abzutreiben. Denn ihre Sachbearbeiterin, von ihr nur Frau Lakritze genannt, eröff-net ihr bei einem Gläschen Sekt, dass die Heftchenroman-Firma von einer anderen geschluckt wurde, welche die rührselige Krankhausserie einstellen möchte. Ziemlich durcheinander und beschwipst erscheinen die zwei Damen im Büro des neuen Chefs, der Gerri rein äußerlich gefährlich an so manche Arztfigur erinnert, die sie sich schon ausgedacht hat. Gerri soll sich in Zukunft das Fach wechseln und romantische Vampire fliegen lassen. Da gruselt es die arme Haut aber ziemlich sehr! Dieses Angebot ist der sinnbildliche Tropfen, der das Fass zum überlaufen bringt. Gerri beschließt, ihr Erdendasein zu beenden. Glücklicherweise hat ihre Mutter einen ganzen Vorrat an Schlaftabletten gehortet, den ihre Tochter zur nächsten Apotheke bringen soll. Doch die hat ganz persönliche Pläne mit den kleinen Tabletten. Zunächst muss Gerri jedoch das Alkoholtrinken trainieren, damit die todbringenden Wirkstoffe auch lange genug im Magen bleiben. Während dieser "Trainingseinheiten" verfasst sie an viele Freunde, Verwandte und Bekannte Abschiedsbriefe. Endlich kann sie ohne schlechtes Gewissen all diesen Leuten schreiben, was sie ihnen immer schon sagen wollte. Zum Beispiel, dass Freundin Charly überhaupt nicht singen kann, auch wenn sie das denkt und ihr Freund ihr die Wahrheit nicht zu sagen traut. Oder dass der Freund ihrer Schwester unlängst unter dem Pseudonym "hammerhart31" Frauen im Internet aufgerissen hat. Und natürlich darf auch der Brief an den neuen Chef nicht fehlen, denn sein mangelndes Schreibtalent schreit nach einer Totalerneuerung. Am Tag X fallen die Briefe in den Briefkasten und Gerri checkt im teuersten Hotel der Stadt ein. Schließlich hat sie nicht vor, die Rechnung am nächsten Tag noch zu begleichen, denn dann wird sie nicht mehr am Leben sein. Mit einem sündhaft schönen roten Kleid schwebt sie in die Hotelbar um ein letztes Glas Sekt zu trinken - und begegnet ausgerechnet ihrem Kumpel Ole, der gerade seine Frau beim Fremdgehen erwischt hat. Aber diesem Zeitpunkt läuft irgendwie nichts mehr nach Plan... Kerstin Gier hat ganz klar ein Händchen für Situationskomik. Es darf auch bei ernsten Themen herzlich gelacht werden, das beweist dieser frische Frauenroman. Natürlich ist es bedenklich, nach einem versuchten Suizid keine ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Und die Lösung für Gerris Problem scheint am Ende dann auch ziemlich banal. Aber erstens ist dieses Buch ein Unterhaltungsroman, kein medizinisches Lehrbuch und zweitens scheint die Autorin dann doch dem Genre Frauenroman mit all den romantischen Vorgaben treu bleiben zu wollen. Nach dieser Einsicht ein Gläschen Sekt, am liebsten mit Frau Lakritze, wenn es sie gäbe! Entspannend und leicht zu lesen 4 von 5 PunktenTeils echt witzig, teils aber auch sehr unrealistischer Frauenroman. Es wäre schön, wenn es so leicht wäre aus einer Depression herauszukommen. Trotzdem bekommt das Buch von mir 4 Sterne, weil es nicht langweilig wird und gut zu lesen ist. Ich hab das Buch im Uralub am Strand gelesen, und da war es wirklich annähernd perfekt. Ein klasse Buch 4 von 5 Punkten"Für jede Lösung ein Problem" war das erste Buch das ich von K. G. gelesen habe. Aufgrund der guten Rezessionen habe ich es mir auch gekauft. Es ist auf jeden Fall sein Geld wert und wird auch nicht langweilig. Ehrlich gesagt habe ich es verschlungen und musste einfach immer weiter lesen. Eigentlich würde ich den Buch 5 Sterne geben weil ich es wirklich witzig, unterhaltsam und auch spannend fand. Jedoch störten mich einige Sachen wie z.B. die Schwestern Beziehungen. Ich meine wenn meine Schwester versucht sich umzubringen würde ich anders reagieren. Auch die Tochter Mutter Beziehung fand ich schon ein bisschen nervig (will jetzt nicht zu viel verraten). Also manche Sachen waren ein bisschen zu überspitzt und unrealistisch dargestellt, ansonsten ein SUPER BUCH und wirklich lesenswert. Toll =) 5 von 5 PunktenEs ist ein echt unterhaltsames Buch und macht Spaß zu lesen. Wem der Klappentext zusagt, sollte sich das Buch auf jeden Fall kaufen. Noch einen kleinen tick besser finde ich allerdings "Ein unmoralisches Sonderangebot". Ebenfalls von Kerstin Gier |
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Freiheit von Jonathan FranzenGebundene Ausgabe von RowohltPreis bei Amazon: EUR 24,95, Angebote ab EUR 21,80 ![]() 5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 349802129X, Erscheinungsdatum: Sept. 2010 |
2 Kundenrezensionen:Mit vom Besten in diesem Herbst! 5 von 5 PunktenAn Rezensionen zu dem vorliegenden Werk dürfte auf dieser Seite bald kein Mangel bestehen. Ich möchte mich daher vor allem an die Leser wenden, die wie ich vor diesem Buch aus zwei Gründen zurückschrecken könnten: Zum einen, weil die U.S.-Amerikaner Meister des Marketing sind (Stichwort: experience of a lifetime). Das hiesige Publikum reagiert dann auf diese Weise angelockt oft fassungslos, wenn das Angepriesene tatsächlich näher in Augenschein genommen wird. Zum anderen aber ist auch den deutschen Feuilletons das Phänomen eines irrationalen kollektiven Rauschs nicht fremd. In diesem Fall kann ich allerdings eindeutig Entwarnung geben. Diesen Herbst habe ich mir nämlich selbst die Freude bereitet, vier hierzulande angekündigte englischsprachige Neuerscheinungen vor ihrem Erscheinen im Original zu lesen: Mantel, Wölfe; Mc Ewan, Solar und Rachman, Die Unperfekten. Sämtliche Werke überzeugen auf hohem Niveau. Und dennoch: Im Vergleich kann ich sagen, dass das vorliegende Werk in einer eigenen Liga spielt. Dies will ich gerne näher begründen, ohne zu viel von der Handlung preiszugeben. Zunächst überrascht das Buch den Leser durch seine ausgesuchte Schlichtheit. Es kommt gerade nicht im Gewand des Jahrhundertromans daher, als das es auf dieser Seite schon wieder zum eigenen Schaden angepriesen wird, sondern als eine eher einfache und ehrlich erzählte Geschichte, die von vier Haupthelden erlebt wird und die mehr oder weniger aus deren Sicht geschildert wird. Der wesentliche Handlungsstrang wird auf den ersten rund dreißig Seiten bereits aus Sicht neidischer Nachbarn skizziert und dann ein wenig im Stil von Rashomon aus der Perspektive der Akteure neu beleuchtet. Die Erzählweise ist dabei bewusst schlicht und versucht nicht durch Manierismen literarische Bedeutung vorzugaukeln. Trotz dieses äußeren Rahmens ist das Werk über die ganze Strecke hinweg ungemein fesselnd und lässt den Leser praktisch nie gelangweilt zurück: Denn es lebt aus den sympathischen und zugleich widersprüchlichen Charakteren. Alle haben sie eine schwierige Jugend in einem lieblosen Elternhaus hinter sich und sind deswegen eigentlich gar nicht frei, sondern wiederholen die alten Verhaltensmuster nur stets in neuem Gewand, ertappen sich dabei und leiden an sich selbst. Ärgerlich erscheinen deshalb beispielsweise Rezension (wie letztens in einem bekannten Wochenmagazin), in denen die wohlfeile Interpretation des amerikanischen Verlegers über den Titel aufgegriffen wird: Alle Beteiligten leideten an zu viel Freiheit; an einer Stelle äußert sich die Protagonisten Patty tatsächlich auch in dieser Weise; aber gerade sie scheint mir die Unfreieste von allen. Freiheit von den Dämonen der Vergangenheit zu erlangen, stellt vielmehr das große Ziel aller Beteiligten dar, und es spiegelt gerade insoweit vielleicht die Zeitumstände Amerikas unter der Bush-Regierung, um die es hier auch geht. Das Buch ist dabei an keiner Stelle ein Pamphlet für ur-amerikanische Werte oder auch nur bitterernst, sondern es bleibt sich treu und erzählt, in klarer Linearität und schlichter Sprache die Geschichte der vier Menschen. Dabei lebt es auch von zahlreichen satirischen Elementen: Wenn etwa der Sänger Richard Katz den iPod auf die Schippe nimmt und zeigt, auf welche Weise das dahinter stehende Unternehmen die Welt zu einem besseren Ort machen will, ist der Leser voll auf seiner Seite. Obwohl zumindest er und Patty unter stark depressiven Zügen leiden, wirkt das Buch eigentümlich leicht und noch einmal spannend, weil es mit großem Einfühlungsvermögen geschrieben ist. Ich jedenfalls wollte ständig wissen, wie es mit den Protagonisten weitergeht. Sie merken schon: Ich gebe von der Geschichte hier nichts preis. Eigentlich gibt es in der Handlung nur wenige wirklich überraschende Wendungen, und es wäre schlicht unverantwortlich, diese dem künftigen Leser an dieser Stelle mitzuteilen. Deshalb nur so viel: Wie die Korrekturen ist auch dieses Werk äußerlich eher handlungsarm. Es bedeutet für den Leser aber dennoch eine fesselnde Lektüre, weil die Protagonisten ihn von der ersten Seite an gefangen nehmen. Deshalb: Lassen Sie sich von den gängigen Bezeichnungen als Jahrhundertroman usw. nicht abschrecken. Hier handelt es sich um eine ehrliche, gut erzählte Geschichte, die ihre Geheimnisse nicht so leicht preisgibt, wie dies die eine oder andere Rezension glauben machen will. Ich kann das Werk uneingeschränkt empfehlen. Lebensfreude, Glück und Versagen 5 von 5 PunktenLange ersehnt und endlich auf dem Buchmarkt angekommen ist der neue Roman von Jonathan Franzen:"Freiheit". Laut einer detaillierten Buchbesprechung im Magazin "Spiegel" ist die Geburt dieses Romans für Jonathan Franzen ein schweres Unterfangen gewesen. Geht es doch darum, ein Familien- und Gesellschaftsbild zu entwerfen, in dem man sich wieder erkennen kann, und dass dennoch die nötige Distanz bietet, um uns nicht zu erschlagen. Man kann sich vorstellen, wie Erkenntnisse und Reflexionen von feinster Ironie, menschliches Hinhören und tiefstes Verständnis den Erfinder der Geschichte umtreiben mochte. Er hat gelitten und gerungen, und herausgekommen ist ein Jahrhundertroman von grandioser Einfühlsamkeit und tiefenpsychologischer Einsicht, was Familie hier und heute bedeutet. Patty und Walter Berglund mit ihren Kindern Joey und Jessica sind die Vorzeigefamilie in einem Vorort von St. Paul/ Minnesota. Walter ist Anwalt und Umweltaktivist, und Patty ist eine ehemals hervorragende Sportlerin. Sie wollten alles anders und besser machen als die eigenen Eltern und müssen am Ende einsehen, wie sich Fehler von Generation zu Generation wiederholen. Jessica geht aufs College, und Joey setzt sich zu den ungeliebten Nachbarn ab, um mit Connie ungestört Sex zu haben und sich von seiner überfürsorglichen Mutter zu befreien. Es bedarf einer langen Vorgeschichte bis wir im Heute angekommen sind. J. Franzen steigt in die Tiefe der Charaktere hinab wie in eine andere Welt. Man meint dabei zu sein und befindet sich doch als Zuschauer außen vor aber tief angerührt von all' den Nöten und Beklemmungen, die der Biographie von Patty anhaften. Ihre Kinder wachsen heran und sie bleibt ihr ganzes Leben lang unzufrieden mit ihrem Leben und in ihrer Beziehung zu dem "guten" Walter. Als stiller aber gewichtiger Begleiter fungiert Walters Freund Richard Katz: er ist Bohemien, Musiker und Frauenfreund und das ganze Gegenteil von Walter. Patty hatte es ihr Leben lang auf ihn abgesehen. Als alle in die Jahre kommen, sieht Richard sein berufliches und privates Scheitern, und Patty sieht ihre Kinder davonziehen. Walter ist der ruhige, zuverlässige, ehrliche und liebevolle Charakter, der erst spät merkt, was mit Patty los ist. Richard ist ebenfalls ein guter und treuer Freund, der die Grenzen nicht überschreiten will, die seine Beziehung zu Walter zerstören könnten. Wie mit Röntgenblicken durchleuchtet Franzen seine Figuren, und man hält die Luft an, wie sich Schein und Sein verbinden, um einen Charakter in seiner ganzen Widersprüchlichkeit zu zeigen. Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung gehen eine Verbindung ein, die zu dem traurigen Schluss führen:"es gibt kein wahres Leben im Falschen"( Adorno). Alle Lügen und jeder Selbstbetrug sind am Ende zum Scheitern verurteilt. Man lernt, sich zu den eigenen Möglichkeiten und Grenzen zu bekennen, von denen man im jugendlichen Überschwang nichts wissen wollte. Patty und Walter sind das Paar, um dessen Lebensfülle und - Gefahren sich alles dreht. Das Buch ist ein melancholischer Abgesang auf das Glück von Familie und Lebenserfüllung. Faszinierend, aufwühlend und endgültig werden uns Lebensschicksale beschrieben, die tief verunsichert und verstört das Zusammenspiel zwischen menschlicher Güte, Liebe, Abneigung und Selbstbetrug zeigen. Mit Richards Satz "Er kam sich vor wie ein herumfliegendes Insekt, das sich in einem klebrigen Familiennetz verfangen hatte" lässt sich am besten beschreiben , was hier vor sich geht. Für mich ist Jonathan Franzen mit diesem Buch erneut nach dem Roman " Korrekturen" aus dem Jahr 2001 ein Jahrhundertroman gelungen! |
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Tauben im Gras: Roman (suhrkamp taschenbuch) von Wolfgang KoeppenTaschenbuch von Suhrkamp VerlagPreis bei Amazon: EUR 8,00 ![]() 4,5 von 5 Punkten (durchschnittliche Bewertung) ISBN: 3518371010, Erscheinungsdatum: Januar 1974, Auflage: 27 |
4 Kundenrezensionen:Durchhaltungsvermögen ist gefragt 3 von 5 PunktenEin Gedankenfluss, scheinbar ohne Zusammenhang, endlose Sätze, das viele Papier, das man hätte sparen können, Deutschunterricht, Zentralabi... Komisch oder? Ja, das ist Koeppens Werk Tauben im Gras auch ein wenig. Der Text dieses Romans ist zu Hauf in fließenden Gedanken verfasst, wobei man manchmal den Gedanken bekommt "Jetzt denken sich die beiden gleich nieder". Ich kann an der Art, wie dieser Roman geschrieben ist, nichts anfangen. Sicher, diese schweifenden Gedanken (àla "wir sind alle ein wenig wie Tauben im Gras") tragen zum Gesamtbild dieses Romans bei, aber ich denke, dass man zu gunsten einer besseren Lesbarkeit diesen Stil hätte vereinfachen können. (Koeppen hatte vor, den Roman ohne Satzzeichen zu verfassen, um den Effekt noch zu verstärken, zum Glück wurde ihm das vom Verlag verboten!). Der Inhalt: Gute Sache. Das Bild der Nachkriegsgesellschaft ist (natürlich, sonst wärs ja keine obligatorische Lektüre fürs Zentralabi) ein sehr negatives. Ich finde allerdings, dass die einzelnen Charaktere gut gezeichnet sind und somit eine sehr intensive Ausstrahlung haben, die dem Werk zu gute kommt. Was mir weiter negativ auffällt ist z.B. das gleichsetzen der Charaktere mit mythischen Figuren. Dadurch soll ein Effekt erzielt werden, der mir selbst nach der Behandlung im Unterricht verborgen bleibt. Koeppen hat wohl ein wenig zu tief in die Trickkiste gegriffen, wie ich finde. Alles in allem muss man sagen, dass Koeppens Roman nicht so gut ist, wie es Reich-Ranicki beschreibt. Leider büßt der Roman durch sein kompliziertes Erscheinungsbild an seiner Qualität ein, dennoch kann man dieses Buch Freunden von Nachkriegsliteratur empfehlen. Allen Schülern, denen dieses Buch aufgezwungen wird kann man leider nicht voll und ganz beruhigen. Dieses Buch wird nur mit guten Lehrer erträglich. Atemlose Montage aus der Nachkriegszeit 4 von 5 PunktenWenn hier schon "Ulysses" als Vorbild zitiert wird (das es wohl auch war), dann seien doch auch "Manhattan Transfer" und gerade "Berlin Alexanderplatz" genannt. Gleichwohl ist "Tauben im Gras" ein Buch eigenen Rechts. In stakkatohaften Sätzen werden verschiedene Personen und Handlungen an einem Tag in München (?) am 20.2.1951 herum dargestellt. Heinrich Böll hat all die Themen ebenfalls behandelt, in Köln, schöner und weniger drastisch beschrieben. Koeppen hackt wie gesagt seine Sprache ab, das soll Tempo geben und einen inneren Monolog darstellen - doch wer denkt eigentlich nur in so bildzeitungshaft kurzen Sätzen? Vielleicht war auch Koeppens flinke Schreibe die Ursache: drei Monate reichten. Das Buch ist wie ein Film, ein Szenenwechsel folgt dem anderen. Koeppens "Tauben im Gras" lassen sich sehr wohl rasch und rauschhaft lesen (Wer es für den Deutsch-Leistungskurs lesen muss, darf sich diesen Luxus natürlich nicht erlauben). Ob übrigens ein greiser Kampfrezensent dies nun empfiehlt oder nicht - wovon ich vorher nichts wusste -, für mich hat "Tauben im Gras" vier Sterne verdient, nicht weniger, aber auch nicht mehr. "Eine Sekunde zum Atemholen, Atempause auf einem verdammten Schlachtfeld" 4 von 5 Punkten"Die Prosa des Romanciers Koeppen ist die zarteste und biegsamste, die unsere verarmte Literatur in diesem Augenblick besitzt", schreibt Hans Magnus Enzensberger. Marcel Reich-Ranicki lobt ihn gar als "Meister der deutschen Prosa". Tauben im Gras, das erste Buch einer Trilogie, erzählt die Geschichte eines einzigen Tages im Nachkriegsdeutschland. Ort der Handlung ist das von Amerikanern besetzte München. Koeppen verarbeitet verschiedene Handlungsstränge, die immer wieder ineinander übergehen. Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und Religion, Reiche und Arme, Erfolgreiche und Gescheiterte, Alte und Junge begegnen sich, tauschen ein paar Worte aus und trennen sich wieder. Elegant sind Koeppens Wortspiele. Worte, mit denen ein Absatz endet, greift er spielend und wandelnd in der Einleitung des folgenden Abschnitts wieder auf. Ein Beispiel: "...Wann kam das Goldene Zeitalter, die hohe Zeit - Er war ein Hochzeiter. ...". Kurz und fragmentarisch sind seine Gedanken- und Geistesblitze. Sie symbolisieren die lückenhaften, beschädigten Gedankenwelten der Menschen, deren Werte- und Ordnungssystem zerbrochen ist und die nun versuchen aus den Scherben eine neue, heile Welt aufzubauen. Immer wieder wird der Text durch kursiv gedruckte Propaganda- und Zeitungsschlagzeilen unterbrochen: "Krieg um Öl", "Superbomber in Europa stationiert", "Fallschirmjäger nach Malta", "Vorsichtige Fühler, kein Krieg vor dem Herbst", lauten die Nachrichten, die auf das weltweite Gefahrenpotenzial und den Kalten Krieg hinweisen. Wie brüchig der Friede zwischen den Menschen ist zeigt die Schluss-Szene. Deutsche und Amerikaner fraternisieren bei Bier und Musik im Bräuhaus, doch das Misstrauen sitzt tief, eine falsche Nachricht ("Die Nigger haben ein Kind umgebracht") genügt, um die Menge aufzubringen. Steine fliegen gegen die Fensterscheiben des Negerclubs. Dann die mahnenden Worte Koeppens: "Die Steine, die Steine, die sie geworfen hatte, das klirrende Glas, die fallenden Scherben erschreckten die Menge. Die Älteren fühlten sich an etwas erinnert...Mit Scherben hatte es damals begonnen, und mit Scherben hatte es geendet". Koeppen ist ein leidenschaftlicher Verfechter von Toleranz und Völkerverständigung. Carla, die weiße Deutsche und ihr farbiger amerikanischer Freund Washington träumen von einer gemeinsamen Zukunft in einem Land, in dem keine Ressentiments herrschen: "Weiße unerwünscht, Schwarze unerwünscht ... Juden unerwünscht ... Carla und Washington würden das Lokal errichten, Washington's Inn, die Wirtschaft, in der niemand unerwünscht ist." In seiner Metaphorik begegnen wir dem Kreis, der Wiederkehr, der Rückkehr. Koeppen schildert die Ereignisse eines Tages, die Uhr dreht sich zwei Mal im Kreise und kehrt zu ihrem Ausgangspunkt zurück. Der alte deutsche Dienstmann Josef, der als Soldat in der Fremde ,Reisende' tötet und von dem reisenden farbigen Odysseus getötet wird. Richard Kirsch, der amerikanische Soldat, der in das zerbombte Land der Väter zurückkehrt. Obermusikmeister Behrend, der sich im Krieg in ein tschechisches Mädchen verliebt und seine Tochter Carla, deren Mann im Krieg vermisst wird und die ein wenig Glück beim farbigen Soldaten Washington sucht. Koeppens beschreibt das Leiden der zu-kurz-Gekommenen ebenso, wie die mondäne Welt der Sieger und der Gewinner. Er greift mitten hinein in die bunte, pralle Welt der Reichen und Schönen, entlarvt aber auch deren Maskerade. Alexander, ein erfolgreicher Schauspieler, und seine Frau Messalina, eine dekadente Lebefrau, zählen zu den Gewinnern. Doch nach einer durchzechten Nacht sehen wir "Hundertsechzig Pfund Menschfleisch" auf dem Sofa liegen: "Man verwechselte Alexander mit seinem Schatten ... Er war ausgeheldet". Die Angst bestimmt die Handlungen der Akteure; Angst vor dem Schatten der Vergangenheit, Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Alleinsein, Angst vor dem Zusammenleben. Wie Tauben im Gras flattern die Menschen "sinnlos und wertlos, frei und von den Schlingen bedroht, dem Metzger preisgegeben, aber stolz auf die eingebildete, zu nichts als Elend führende Freiheit von Gott". Nein, Wolfgang Koeppen ist kein Moralphilosoph. Seine Menschen leben und leiden. Sie sind nicht frei von Fehlern, oft nahe am Verzweifeln. Sie sind auf der Suche nach ein bisschen Glück und Geborgenheit. Gerade das macht ihre Züge so menschlich. Eine herausragende Hörspielbearbeitung 5 von 5 PunktenIn rascher Folge erschienen zwischen 1951 und 1954 Wolgang Koeppens "Trilogie des Scheiterns", die Romane "Tauben im Gras", "Das Treibhaus" und "Der Tod in Rom". Es ist wohl das Verdienst von Leonhard Koppelmann und Walter Adler, dieses sich auch in Buchform nicht leicht zu erschließende bundesrepublikanische Frühwerk über 50 Jahre nach der Erstveröffentlichung als Hörspielbearbeitung vorzulegen. Doch nicht nur das, hier wurden keine Kosten oder Mühen gescheut. Eine Vielzahl prominenter (Axel Milberg, Rüdiger Vogler, Ulrich Noethen u.v.a.m.) und professioneller Sprecher, gepaart mit musikalischen Kompositionen und Arrangements von Günter Lenz machen dieses Hörbuch mit seinen 6 CDs zu etwas Außergewöhnlichem. Die Koproduktion mit hr, SWR und WDR aus dem Jahre 2009 hat ein solches Werk von ca. 425 Minuten wohl überhaupt erst möglich gemacht. Koeppens Trilogie wirft ein ernüchterndes Bild auf das Deutschland der 50er Jahre. Die alten Herren des Drittens Reichs spielen im ersten Teil Demokratie. Der zweite Teil zeigt die Oppositionsarbeit eines SPD-Abgeordneten im Bundestag der Adenauer-Ära gegen die Restauration alter Verhältnisse. Selten wurde der herrschende politische Schacher m. E. belletristisch so prägnant dargestellt. Der dritte Teil zeigt, wie die alte NS-Zeit noch Jahre nach Ende des Schreckensregimes bis in die tiefsten Ebenen einer Familie eingreift. Alles in allem sind dies bedrückende Zeitbilder, die den Leser / Hörer ratlos und bedrückt zurücklassen, denn Koeppen erstickt die Hoffnung auf einen politischen Neuanfang der jungen Republik mit seinem Werk, schreibt sie ins Reich der Illusion. Fazit: Eine überaus gelungene Hörspieladaption eines der - neben Heinrich Böll, Siegfried Lenz und Günter Grass - wichtigsten politischen Nachkriegsautoren Deutschlands. |
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